Artenschutzprojekt Laubfrosch

 

 

Frösche zählen

 

Seit 1998 werden vom Naturschutzring Dümmer e.V. ehrenamtlich Erfassungen von Laubfroschvorkommen durchgeführt. Diese betreffen die Gewässer im  Korridor zwischen Dümmer und Oppenweher Moor  und seit 2010  zusätzlich Gewässer in den bisherigen  Projektgebieten des Korridors Dümmergebiet - Barnstorfer Moor.  Die Projektgebiete sind im Einzelnen das NSG Boller Moor/Lange Lohe, der  Randbereich des Aschener Moors, die Spannhake, der Rand des NSG Diepholzer Moores, das Haverbecker Moor, das Osterfeiner Moor, das Bergfeiner Moor, die Huntebruchwiesen, das Rüschendorfer Moor, das  NSG Hohe Sieben und das Ochsenmoor.  

 

Die Erfassungen waren in manchen Jahren und Teilgebieten Bestandteil von Artenschutzprojekten, die vom Land Niedersachsen finanziert wurden oder auch Bestandteil des Projekts des NABU Landesverbandes LIFE Amphikkult. Zum Großteil erfolgten sie jedoch ehrenamtlich durch den Verein.

 

 

Wie zählt man Frösche?

Laubfrösche werden nachts erfasst. Möglichst in einer lauen, windstillen Nacht im Zeitaum Mitte/Ende April bis spätestens Mitte Mai werden die betreffenden Gewässer besucht und abgeschätzt wie viele rufende Männchen am Gewässer sitzen. Das Schätzen verlangt ein wenig Übung. Auch möglich: das Ableuchten des Gewässerrandes nach rufenden Männchen - sofern diese es tolerieren und es die eigenen Ohren aushalten.

 

Im Juni/Juli werden „Rufgewässer“ nach Kaulquappen abgekäschert. Dies ist der einfachste und eindeutigste Nachweis dafür, ob Laubfrösche ein Gewässer besiedelt haben. Für das Erkennen der Kaulquappen ist  allerdings etwas Erfahrung nötig.

Alternativ möglich: ein Absuchen des Gewässers im April nach  typischen Laichballen oder ein Absuchen von Sträuchern im Juli/August nach Jungfröschen.

Eineinhalb Zentimeter großer Jungfrosch.

Keschern nach Laubfroschquappen.

Oppenweher Moor - Dümmer - Barnstorfer Moor

 

Erfassung der Bestände im Einzelnen

 

In den ersten Jahren (1998, 1999) wurden an ein bis sechs Gewässern rufende Männchen im Korridor Oppenweher Moor - Dümmer  festgestellt. Eine Ausbreitungstendenz war aber zunächst nicht festzustellen. Zudem ging die Zahl der rufenden Männchen am damaligen Hauptrufgewässer im Waldstück Thielmannshorst zurück. Bei einer Reproduktionskontrolle konnten nur sehr wenige Jungfrösche gefunden werden.

 

Ein alljährlich besetztes Rufgewässer im Quernheimer Bruch, in dem auch eine erfolgreiche Reproduktion stattfand, wurde im Herbst 2006 verfüllt. Dadurch fehlte der Populationsdruck zur Besiedlung der weiter westlich gelegenen Gewässer. Nach Durchführung von Pflegemaßnahmen am Weiher im Thielmannshorst - einem Gehölzrückschnitt für die Besonnung des Ufers - stieg die Anzahl der rufenden Laubfrösche hier von Jahr zu Jahr wieder an, der Reproduktionserfolg erreichte im Jahr 2008 mit mindestens 160 Jungfröschen ein neues Maximum.

 

Im Rahmen des Projektes "Naturerlebnis Laubfrosch" 2006 neu angelegte drei Gewässer östlich des Waldstücks Thielmannshorst wurden bereits im ersten Jahr besiedelt. Hier wurde auch alljährlich erfolgreiche Reproduktion festgestellt

 

2007 wurde im Ochsenmoor, südlich des Sees, erste Rufer festgestellt.

Ab 2008 ließ sich eine deutliche Ausbreitungstendenz nach Westen erkennen. Im Bereich des Waldgebiets Sette wurden an zwei Gewässern rufende Laubfrösche festgestellt. Weiterhin wurde aus einem Garten in Haßlinge ein Laubfrosch gemeldet, der dort offenbar seinen Sommerlebensraum hat.

 

Südlich des Großen Moors bei Barnstorf (NSG Boller Moor und Lange Lohe) wurde ein kleiner Laubfroschbestand entdeckt. 2009 wurden mehrere Gewässer angelegt, um den Bestand zu stützen. Die Beweidung der Flächen mit den Gewässern erfolgt schonend durch Pferde. Hier konnte nach und nach ein Anwachsen der Population auf mittlerweile mehrere Hundert Rufer festgstellt werden. Der Laubfrosch breitet sich von dort auf Nachbargebiete aus.

Karte:

Lebensraumkorridor für den Laubfrosch

Dümmergebiet

Barnstorfer Moor

Oppenweher Moor

Die blauen Punkte symbolisieren Gewässer, die für den Laubfrosch angelegt wurden. Dabei kann ein Punkt auch für mehrere Gewässer stehen.

Ergebnisse für den Korridor

Oppenweher Moor - Dümmer - Barnstorfer Moor

 

Die steigende Anzahl von Rufern spiegelt die sehr positive Bestandsentwicklung des Laubfroschs im Projektgebiet wider. Gleichzeitig lässt sich anhand der Zunahme der besiedelten Gewässer eine Ausbreitung der Art im Korridor erkennen.

Anzahl der Laubfroschrufer und Anzahl der von der Art besiedelten Gewässer im Korridor von 2000 bis 2015.

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